Empathie
Hochsensibilität,  Psychologie

Empathie & Einfühlungsvermögen – Was ist das?

Jeden Tag wird unser zwischenmenschliches Zusammenleben von zahlreichen Faktoren unseres Lebens & Alltags beeinflusst und gelenkt. Ein wichtiger Aspekt, der unter anderem auch hierzu zählt, sind die unterschiedlichen Facetten unserer Persönlichkeit und unseres Umgangs mit- & untereinander.

So verschieden wie wir Menschen alle sind, gibt es bestimmte Persönlichkeitszüge, die mehr oder auch weniger miteinander harmonieren können, sodass jeder Mensch durch seine eigene Wesensart ein wertvolles Individuum in unserer Gesellschaft darstellt.

Dennoch gibt es auch einige zwischenmenschliche Fertigkeiten, die durchaus positiv auf unsere Beziehungen wirken können, ohne im unmittelbaren Zusammenhang mit unserem ganz persönlichen Charakter und dessen Zügen stehen zu müssen.

Empathie bezeichnet die grundlegende Fähigkeit, sich in das emotionale Erleben und die Gefühlswelt eines Gegenübers hineinversetzen zu können. Was auch mit dem Begriff „Einfühlungsvermögen“ umschrieben werden kann, ist letztlich nichts anderes, als eine Bereitschaft und Motivation, sowie auch vorhandene Fertigkeit, das seelische Empfinden anderer Menschen wahrzunehmen, zu erkennen und nachzuempfinden.

Im folgenden Beitrag soll nun darauf eingegangen werden, welchen Stellenwert die Fähigkeit zur Empathie in unserer Gesellschaft einnimmt, welche Potenziale und Schwierigkeiten durch ein ausgeprägtes Empathievermögen entstehen können, sowie die Folgen, die ein Mangel an Empathie in zwischenmenschlichen Beziehungen nach sich ziehen kann.

„Ich sehe dich, auch ohne die Augen zu öffnen.“

Empathie und HIlfe
Empathie meint die grundsätzliche Bereitschaft & Fähigkeit, die Emotionen anderer Menschen nachzufühlen.

Wir alle kennen zwischenmenschliche Situationen in unserem Leben, in denen wir enttäuscht, traurig, wütend oder emotional nicht im Gleichgewicht sind.

In solchen Situationen wenden wir uns häufig an gute Freunde oder liebe Mitmenschen aus unserem Umfeld, um mit ihnen über unsere Gefühle und unser inneres Erleben zu sprechen.

Wir teilen unsere Gefühle mit, sprechen über unser Empfinden und gehen in den Austausch mit einer anderen Person. Oft bemerken wir nach einem solchen Gespräch, dass es uns nun emotional besser geht, wir etwas erleichterter sind und „aufatmen“ können.

Doch was zunächst sehr unkompliziert oder gar selbstverständlich erscheint, ist in der Tat geprägt von einigen basalen Aspekten, die vorhanden sein sollten, damit es im Lauf eines solchen Gesprächs überhaupt zu diesen positiven Nachwirkungen kommen kann.

Wenn wir über belastende Gefühle sprechen, tun wir dies oft aus einem inneren Bedürfnis und/ oder akut empfundenen Mangel heraus. Wir teilen uns unserem Gegenüber mit, welches im Idealfall mit abgestimmter emotionaler Resonanz auf unsere Worte reagiert, unser Empfinden nachvollzieht, nachfühlt und dementsprechend auf unseren Gemütszustand antworten kann.

Damit dieser Vorgang erfolgreich „funktioniert“, ist das Vorhandensein einer gewissen Empathie-Basis maßgeblich. Nur indem wir empfänglich sind sowohl für unsere eigenen als auch die Gefühle unseres Gegenübers, wird es uns überhaupt möglich, eine emotionale Basisverbindung zu dem anderen Menschen herstellen zu können und im weiteren Verlauf mit abgestimmter emotionaler Resonanz auf dessen Bedürfnisse und Anliegen antworten zu können.

Kommunikation durch Verstehen

Indem wir unserem Gegenüber signalisieren, dass wir seine Emotionen nachempfinden konnten, kommt es bereits durch das reine Verstehen zu einer gewissen emotionalen Entlastung, da auf diese Weise unangenehme Gefühle geteilt und in ihrem Gewicht für die einzelne Person somit weniger als „abweichend“ und „erdrückend“ empfunden werden müssen.

Durch die hiermit gelegte Basis sind wir folglich in der Lage, in einem weiteren Schritt konkret Bezug auf das emotionale Erleben des anderen Menschen nehmen zu können und etwa aus deren Sichtweise, mit allen für ihn vorhandenen potenziellen Schwierigkeiten und inneren Konflikten Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, die dem anderen in dieser Situation eventuell in der Form noch gar nicht zugänglich erschienen sind.

Empathie bildet auf diese Weise eine sehr entscheidende zwischenmenschliche Funktion in unserer Gesellschaft und unserem alltäglichen Leben, um zufriedenstellende und erfüllende Verhältnisse zu anderen Menschen überhaupt erst ermöglichen zu können.

Da jedoch der Ausprägungsgrad an Empathie von Mensch zu Mensch unterschiedlich groß ist, gibt es auch einige Situationen und Aspekte, in denen besonders empathische Menschen auf ihre individuelle Gesundheit und Grenzen achten sollten, sodass ihre Gabe zum Einfühlungsvermögen nicht zum persönlichen Verhängnis werden muss.

Empathie & Energievampire

Energievampire
Besonders empathische Menschen sind anfällig, Energieräuber in ihr Leben zu ziehen.

Leider kennen viele von uns jene Personen in unserem Alltag oder Leben, deren Umgang uns mehr schadet als positiven Gewinn und seelischen Zuwachs leisten könnte.

Besonders Menschen mit einer ausgeprägteren Empathie-Fähigkeit sind gefährdeter, Personen in ihr Leben zu ziehen, welche ihnen folglich mehr Kraft absaugen, als sie gemeinsam erschaffen könnten.

Energievampire sind Menschen, die oft selbst durch einen ausgeprägten Mangel an Empathie-Fähigkeit vom Einfühlungsvermögen empathischer Personen profitieren möchten, ohne ihnen selbst jegliche emotionale Resonanz oder Empathie entgegen bringen zu wollen/ können.

Letztendlich führt dies leider oft dazu, dass besonders empathische Menschen ihre eigenen Grenzen missachten und sich von den Energievampiren aussagen lassen, bis sie selbst kaum noch über Energie verfügen.

In dem häufigen Irrglauben, durch genügend Zuwendung und Empathie-Zufuhr, sowie oft noch vorhandenes ausgeprägtes Mitleid gegenüber den vermeintlichen Empathie-Räubern, die „empathielosen“ Zeitgenossen „retten“ oder „heilen“ zu können, kommt es schließlich nicht selten zur letztlichen Konsequenz, dass besonders empathische Menschen am Ende selbst dabei zugrunde gehen.

Auch wenn es schwer fällt, nützt es nichts, durch eine vermeintliche Selbstaufgabe, ein empathisches Defizit im Gegenüber füllen zu wollen, da die entscheidenden Ursachen und folglich auch einzig sinnvollen und nützlichen Strategien hierfür am Ende immer bei der betroffenen Person selbst liegen.

Insofern diese nicht gewollt ist, sich mit ihren eigenen Defiziten auseinander setzen zu wollen, führt ein vermeintlicher „Rettungsversuch“ früher oder später fast immer zur Selbstsabotage und sollte diesbezüglich dringlichst vermieden werden.

Die sonnigen Seiten der Empathie

Empathie und Sonne
Ein empathischer Umgang kann kostbare zwischenmenschliche Beziehungen schaffen.

Doch auch, wenn besonders empathische Menschen scheinbar gefährdeter sind, durch ihre volleren „Empathie-Reserven“ ausgesaugt zu werden, gibt es dennoch einige Aspekte, die ein Leben mit einer besonders empathischen Veranlagung sehr erfüllend bereichern können, insofern man sich mit den „richtigen“ Leuten umgibt.

Durch die vorhandene tiefergehende emotionale Resonanzfähigkeit beim Selbst und auch beim Gegenüber, wird es auf besondere Weise möglich, eine einzigartige, persönliche Verbindung herstellen zu können, die eine sehr kostbare und wertvolle Form des Rückhalts und Vertrauens bilden kann.

Indem beide Menschen in der Lage sind, empathisch Bezug aufeinander zu nehmen, können auftretende Konflikte in einem maßgeblich umfassenderen, reflektierteren Zugang thematisiert und behoben werden, ohne dass es zu unnötigen emotionalen Verletzungen und Wunden kommen muss.

Durch ein sensibles Achten der gegenseitigen Gefühle und Bedürfnisse, wird nicht nur die zwischenmenschliche Basis in entscheidender Weise gestärkt, ebenso entsteht eine tragfähige und tiefe Verbindung zueinander, die in jeglichen, auch schwierigen Lebenslagen als wichtige Ressource zur Bewältigung von Problemen und Konflikten dienen kann.

Durch einen offenen, emotional-intelligenten Umgang miteinander, können Bedürfnisse und Gefühle unmissverständlich und dennoch in rücksichtsvoller Weise kommuniziert werden, sodass zahlreichen Missverständnissen und Kränkungen von vornherein durch einen empathischen und zwischenmenschlich-bewussten Kontakt auf Augenhöhe entgegengewirkt werden kann.

Fazit

Empathie Fazit
Empathie bildet eine Grundvoraussetzung für erfüllende zwischenmenschliche Beziehungen.

Empathie ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein funktionierendes und erfüllendes zwischenmenschliches Zusammenleben untereinander. Durch die Fähigkeit, sich sowohl seiner eigener als auch der Gefühle anderer Mitmenschen in einem feinfühligen und reflektierten Zugang bewusst zu werden, entstehen Brücken und Verbindungen zwischen individuellen Seelen.

Dennoch sollten insbesondere empathische Menschen auf ihre persönlichen Empathie-Reserven, Bedürfnisse und Grenzen achten, um nicht von vermeintlich-übergriffigen Energie-Vampiren „ausgesaugt“ zu werden.

Insofern dies in einem ausgewogenen Ausmaß gelingt, gibt es jedoch auch zahlreiche bereichernde Facetten einer tiefergehend vorhandenen Schwingungsfähigkeit zu mehr Einfühlungsvermögen.

So kann es etwa sowohl in schwierigeren als auch fröhlichen Lebenslagen umso erfüllender sein, auf einen empathisch-ausbalancierten Umgang auf Augenhöhe miteinander zu setzen und auf diese Weise schöne, gemeinsame Momente und Erfahrung zu erleben, miteinander zu teilen.

Durch ein bewusstes Bezugnehmen und Achten der gegenseiteigen Gefühle entstehen nicht nur wertvolle Freundschaften oder partnerschaftliche Beziehungen, sondern auch übergeordnet kostbare seelische Verbindungen, die ein Leben lang bestehen bleiben können.

Partnerschaft

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.