Mentale Gesundheit psychische Erkrankungen
Psychologie

Mentale Gesundheit – Relevanz psychischer Erkrankungen

Etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland leidet pro Jahr an einer psychischen Erkrankung.

Neben einer Reihe von Krankheitsbildern zählen mitunter Burnout, affektive Störungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder auch Suchterkrankungen zu den am häufigsten auftretenden Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit in der Bevölkerung.

Auch im Berufsleben zeichnet sich die Relevanz mentaler Gesundheit immer deutlicher ab: so hat sich die Zahl der arbeitsunfähigen Tage aufgrund psychischer Beeinträchtigungen in Deutschland innerhalb der vergangenen 10 Jahre mehr als verdoppelt – von 48 Millionen Menschen im Jahr 2007 auf 107 Millionen im Jahr 2017 – und: mit dem stetig wachsenden Druck durch die Leistungsgesellschaft, Stress, zu hohen Anforderungen und mangelndem freizeitlichen Ausgleich steigt die Zahl immer noch weiter an.

Immer mehr Menschen können den diversen Belastungsfaktoren in Arbeitswelt & Gesellschaft nicht mehr standhalten und scheiden aufgrund zu groß werdender psychischer Belastungen aus.

Trotz zunehmender Toleranz und wachsendem Verständnis sowie medialer Beleuchtung & Aufklärung rund um mentale Gesundheit in der Gesellschaft, werden psychische Erkrankungen dennoch leider immer noch oft irrtümlicherweise als vermeintliches „Tabuthema“ abgetan und von manchen Menschen folglich mit unzeitgemäßen und oft von mangelndem Wissen geprägten Stigmata belegt (siehe hierzu auch: Der Stellenwert von Bildung in unserer Gesellschaft).

Der folgende Beitrag soll helfen, nötiges Wissen um mentale Gesundheit und psychische Erkrankungen zu erweitern, Stigmata zu brechen, sowie für mehr Verständnis und Aufklärung in einer Gesellschaft, die von Leistung und Statussymbolen geprägt ist, zu sorgen.

Relevanz Mentaler Gesundheit am Beispiel der Depression

Mental Gesundheit Depression

Eine beeinträchtigte mentale Gesundheit und hiermit einhergehende psychische Erkrankungen können die Lebensqualität Betroffener massiv verschlechtern. So erkranken etwa 8,2% der erwachsenen Deutschen im Alter von 18 bis 79 Jahren an einer anhaltenden Depression. Das sind über 5,3 Millionen Menschen alleine in Deutschland.

Durch zunehmend aufgeklärtere Berichterstattungen, Einzelfallberichte in den Medien, sowie prominente und berühmte Persönlichkeiten, die ihr Schweigen über eine psychische Erkrankung in der Öffentlichkeit brechen, konnte das Verständnis über den Schweregrad psychischer Krankheitsbilder, wie etwa dem der Depression, bereits um einiges ausgeweitet werden.

Dennoch fehlt es immer noch oft an nötigen Informationen und Wissen, um schlicht falschen Vorurteilen, Zuschreibungen und Stigmatisierungen sowie ungerechtfertigten Konfrontationen im Alltag effektiv entgegenwirken zu können.

Mentale Gesundheit: Was bedeutet es wirklich, depressiv zu sein?

Unter dem Bild einer Depression denken viele Menschen zunächst an eine Person, die etwas niedergeschlagener ist, eventuell müder als andere und durch ein bisschen mehr Bewegung an der frischen Luft oder einen spaßigen Abend in Gesellschaft ganz unkompliziert wieder eine Verbesserung in ihrem Wohlbefinden erleben kann. „Wenn sie sich denn nur ausreichend stark anstrengt“, kommt oft noch ergänzend hinzu.

Neben der Tatsache, dass insbesondere das Krankheitsbild einer Depression fälschlicherweise mit einem individuellen Versagen der Person selbst auf völlig irreale Weise assoziiert wird, schlittert eine solch falsche Annahme über die schwerwiegenden Symptome einer depressiven Beeinträchtigung mit medizinischem Krankheitswert leider auch sehr stark an der desillusionierten Realität der tatsächlichen Erkrankung vorbei.

Dies zeigt sich etwa zum einen bereits bei einem Blick in die offiziellen Manuale über die Symptom-Klassifizierungen psychischer Erkrankungen, im ICD-10 der WHO oder der englischförmigen Version in Form des DSM-5. Die fachkundliche Zuordnung der massiv beeinträchtigenden Symptome einer psychischen Erkrankung kann helfen, ein viel zu verharmlostes und realitätsfernes Vorstellungsbild über psychische Erkrankungen, wie auch jenes einer Depression, wieder mehr ins Grade zu rücken.

Doch zum anderen können auch zahlreiche persönliche und privaten Einblick gewährende Erfahrungsberichte von betroffenen Menschen zeigen, wie es sich wirklich anfühlt, an einer Depression erkrankt zu sein. So berichten Betroffene etwa nicht selten von „einer bleiernen Schwere lähmender, absoluter Antriebslosigkeit“, „dem Verlust jeglicher Möglichkeit, lebendige Gefühle, geschweigedenn Freude zu empfinden“, oder „einer dunklen inneren Abwärtsspirale, die einen immer tiefer in den Abgrund zieht“.

Dass die realen Auswirkungen einer Depression auf den Menschen folglich weniger leicht „nur“ durch „einen geselligen Abend draußen“ oder ähnliche Annahmen beschrieben oder gar behoben werden könnten, versteht sich wohl an dieser Stelle von selbst. Dennoch existieren sehr wohl unterschiedliche Möglichkeiten, um auch aus einer depressiven Erkrankung wieder den Weg zurück ins Leben finden zu können.

High-achievers go to therapy

Eine der bewährtesten Ansätze, um bei einer depressiven Erkrankung wieder Licht im eigenen Leben zu finden, ist, eine professionelle Psychotherapie zu absolvieren. Hier gibt es diverse unterschiedliche Ansätze, Behandlungsformen, sowie Anlaufstellen, durch die eine durchaus erfolgversprechende Behandlung der Symptome und zugrundeliegenden Erkrankung in Angriff genommen werden kann. Durch einen im Bedarfsfall stattfindenden oder bei schweren Verläufen zusätzlich unterstützenden Einsatz von Psychopharmaka, oft in Form von Antidepressiva, kann der Behandlungsverlauf und -erfolg noch mehr gefestigt und verbessert werden.

Obwohl auch die Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe bei psychischen Beeinträchtigungen immer mehr einem gesellschaftlichen Umdenken und somit einer Entstigmatisierung unterliegt, kommt es leider immer noch hin und wieder vor, dass die Aufsuche einer professionellen Unterstützung bei mentalen Leiden sowohl von den Betroffenen selbst als auch mancher Umgebung stigmatisiert wird und folglich unnötigerweise von Schamgefühlen besetzt ist.

Doch besonders in unserer stetig wachsenden Leistungsgesellschaft ist es von immenser Bedeutung, ohne zusätzlich belastende Ängste und Scham therapeutische Hilfe aufsuchen und in Anspruch nehmen zu können, sobald die eigenen Ressourcen und Kräfte den ohnehin bereits unverhältnismäßig großen Anforderungen nicht mehr standhalten können.

Fazit – Mentale Gesundheit

Mentale Gesundheit

Durch eine langfristige Zuwendung und Aufarbeitung der individuell empfundenen psychischen Belastungen können nicht nur die oft stark zusätzlich von persönlichem Leid begleiteten Symptome deutlich verringert oder gar vollständig aufgelöst werden.

Auch tieferliegende, bisher weniger zugängliche ungünstige Denkmuster, festgefahrene Verhaltensweisen und dysfunktionale Einstellungen und Überzeugungen können durch professionelle Hilfe hinterfragt und auf eine gesündere Art hin angepasst werden (siehe auch: Warum wir mehr auf unser Bauchgefühl hören sollten).

Auf diese Weise kann neben einer Verbesserung der mentalen Gesundheit auch das individuelle Glücksempfinden und die Lebensqualität maßgeblich gesteigert und angehoben werden. Persönlich sinnstiftende Leistung in unserer Gesellschaft kann wieder mehr möglich werden, ohne gesundheitliche Schäden hierbei davontragen zu müssen.

Einem Zurückfinden in ein von mentalen Beeinträchtigungen befreites, selbstbestimmteres und glücklicheres Leben steht somit deutlich weniger im Weg.

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